6. Empedokles - ein Vorsokratiker
Parmenides und Heraklit waren in gewisser Hinsicht totale
Gegensätze. Die Vernunft des Parmenides stellte klar, dass
sich nichts ändern kann. Aber die Sinneserfahrungen des
Heraklit stellten ebenso klar, dass in der Natur dauernd
Veränderungen stattfinden.
Wer von beiden hatte recht? Sollen wir uns auf das verlassen,
was die Vernunft uns erzählt, oder sollen wir den Sinnen
vertrauen?
Sowohl Parmenides als auch Heraklit machen zwei Aussagen:
Parmenides sagt:
a) dass sich nichts verändern kann
und
b) dass die Sinneseindrücke deshalb unzuverlässig sein
müssen.
Heraklit dagegen sagt:
a) dass sich alles verändert (»Alles fließt«)
und
b) dass die Sinneseindrücke zuverlässig sind.
Größere Uneinigkeit kann doch zwischen Philosophen kaum
herrschen!